Texte zum Kirchenjahr: Silvester - Epiphanias
Silvester
Was ein Papst und ein Film-Star gemeinsam haben
Der letzte Tag des Jahres verdankt seinen Namen einem Papst. Das Ende eines Jahres, der Altjahrsabend, erhielt seinen Namen von dem Heiligen des 31.12. :Papst Silvester I.
Dieser Papst, dessen Pontifikat (Regierungszeit) in die Zeit von 314-335 fiel, soll der Legende nach den heidnischen Kaiser Konstantin durch die Taufe geheilt haben, als dieser vom Aussatz befallen war.
In Wahrheit starb Papst Silvester aber schon zwei Jahre vor der Taufe Kaiser Konstantins. Unter Konstantin vollzog sich übrigens auch das, was als "Konstantinische Wende" in die Geschichtsbücher eingegangen ist. Damit ist gemeint, dass der christliche Glaube aus einer zeitweise sogar vom Staat verfolgten Religion zur vom Staat erlaubten, zur "Staats-Religion" wurde.
Was den Namen "Silvester" oder auch "Sylvester" angeht, so leitet sich dieser vom lateinischen "silva"= Wald ab und heißt soviel wie "zum Wald gehörig". Ursprünglich ist Silvester ein männlicher Vorname. Sein berühmtester Namensträger heute: der amerikanische Film - Star Sylvester Stallone.
Mit dem letzten Tag des Jahres verbinden sich bis heute zahlreiche Volksbräuche, die zum großen Teil heidnischen Ursprungs sind. Dazu zählen das Vertreiben böser Geister durch Lärm und Vermummungen ebenso wie die Zukunftsdeutung für das neue Jahr mittels Bleigießen.
In den christlichen Kirchen wird dieser Tag mit Gottesdiensten begangen, in denen vor allem auch die Erfahrung der Gegenwart Gottes im zu Ende gehenden Jahr und die Verheißung seines guten Geleites für das kommende Jahr, zur Sprache gebracht werden.
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6. Januar - Epiphanias - einst Weihnachtstermin
Heute Drei-Königs-Tag
Es gibt Feste im christlichen Kalender, die zwar vom Namen her, nicht aber im Bewusstsein der breiten Masse eine Rolle spielen. Das am 6. Januar gefeierte Epiphanias-Fest zählt dazu.
Der aus dem Griechischen stammende Name dieses Tages bezeichnet die Erscheinung Gottes in der Gestalt Jesu Christi. Verbunden mit diesem seit dem 4. Jahrhundert gefeierten Fest ist daher zunächst und vor allem die Geburt Jesu.
Der 6. Januar war daher auch der erste Termin des Weihnachtsfestes in der Christenheit. Aber schon Mitte des 4. Jahrhunderts löste der 25. Dezember den Epiphanias-Tag als Weihnachts-Termin ab.
Was die Heiligen Drei Könige betrifft,derer heute vor allem am 6. Januar gedacht wird, so tragen sie diesen Namen erst seit dem 5. Jahrhundert. Die "Weisen aus dem Morgenlande" (Matthäus 2,1-12), die sich aufmachten, um den Heiland der Welt anzubeten, sind zwar von Anfang an mit dem Epiphaniasfest verbunden gewesen. Nachdem aber der 25. Dezember der Weihnachtstermin wurde, wurde in der römischen Kirche um 450 das Epiphanias-Fest zum "Fest der Magier", also der "Drei Weisen" bzw. der "Heiligen Drei Könige".
Seit dem 9. Jahrhundert tragen die drei Könige auch Namen: Caspar, Melchior und Baltasar. Erst im Laufe der Zeit wurden die Altersunterschiede der drei Könige (Jüngling, Mann, Greis) betont.
Bis heute verbinden sich in katholischen Gegenden mit dem Drei-Königs-Fest Bräuche wie das Sternsingen oder das Dreikönigszeichen (Caspar + Melchior + Balthasar), das über die Türen geschrieben wird. Diese Abkürzung CMB wird freilich auch gern als "Christus mansionem benedicat" gedeutet, was soviel heißt wie "Christus segne die Wohnung".
In der evangelischen Kirche spielt das Epiphaniasfest heute keine allzu große Rolle. Im Kirchenjahr werden freilich die Sonntage zwischen Epiphanias und Septuagesimae als "Sonntage nach Epiphanias" gezählt.
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