Zufallsbilder - Sprengel Ostfriesland

Texte zum Kirchenjahr: Himmelfahrt - Pfingsten - Trinitatis

Himmelfahrt

"Bewegliches Fest": 40 Tage nach Ostern

Das Fest "Christi Himmelfahrt" (Lukas 24, 50-53/ Apostelgeschichte 1, 1-14) wird nicht, wie etwa Weihnachten, an einem festgelegten Datum gefeiert, sondern gehört zu den "beweglichen" Terminen im Kirchenjahr. Das liegt daran, dass der Himmelfahrstag vom Ostertermin abhängig ist.

Das Osterfest ist terminlich aber variabel. Es wird frühestens am 22. März und spätestens am 25. April gefeiert. Die Grundlage hierfür schuf das Konzil von Nicäa im Jahre 325. Damals wurde festgelegt, dass Ostern an dem ersten Sonntag nach dem auf den Frühlingsbeginn folgenden Vollmond gefeiert wird.

Entsprechend dem Osterfest ergibt sich somit auch für das Himmelfahrtsfest ein variabler kalendarischer Termin. Fest steht nur, dass es immer der 40. Tag nach Ostern und ein Donnerstag ist.

Theologisch beinhaltet dieses Fest die Aufnahme Christi in den Himmel, verbunden mit seiner Teilhabe an der Macht Gottes. Die christliche Gemeinde bekennt deshalb in ihrem "Credo": "Aufgefahren in den Himmel, sitzend zur Rechten Gottes".

Bezeugt ist das Fest erstmals für das vierte Jahrhundert. Das Geschehen des Himmelfahrstages wurde dabei durch Prozessionen, die zum Teil heute noch in Flurprozessionen weiterleben, nachvollzogen. Das Hochziehen einer Christus-Figur durch eine Öffnung in der Kirchen-Decke kam mancherorts dazu.

Fest verankert in der gottesdienstlichen Liturgie dieses Tages ist das Auslöschen der in der Osternacht entzündeten Osterkerze. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass nach den 40 Tagen der Erscheinung des Auferstandenen jetzt die Zeit seiner "leiblichen" und sichtbaren Gegenwart abgelaufen ist.

Kirchenmusikalisch wurde das Himmelfahrtsfest bisweilen durch besondere Musiken ausgezeichnet. So schuf Johann Sebastian Bach ein Himmelfahrtsoratorium.

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Pfingsten

50 Tage nach Ostern: Geburtstag der Kirche - Pfingstspiele und Pfingstochsen

Neben Ostern ist Pfingsten das einzige jüdische Fest, das in den christlichen Festkalender eingegangen ist. Der deutsche Name Pfingsten leitet sich ab von der im hellenistischen Judentum entstandenen griechischen Bezeichnung "Pentekoste". Übersetzt heißt das: "Der fünfzigste Tag". Gemeint ist damit der 50. Tag nach dem Passa-(Oster-)Fest.

Im Alten Testament ist mit diesem 50. Tag nach Ostern ein Erntedankfest bezeichnet. In der christlichen Überlieferung der ersten drei Jahrhunderte meint "Pentekoste" hingegen den ganzen 50 Tage währenden festlichen Zeitraum, der mit der Osternacht beginnt. Diese später so genannte "Freudenzeit" ist sozusagen ein ununterbrochenes Fest zur Verherrlichung des auferstandenen Christus.

Erst im 4. Jahrhundert beginnt die "Pentekoste" ein selbständiges Fest zu werden. Als solches wird es erstmals 305 erwähnt. Von dieser Zeit an wird Pfingsten immer mehr als Fest des Heiligen Geistes gefeiert, das gleichranging neben Ostern und Weihnachten steht. Gleichzeitig bildete sich jetzt auch das Himmelfahrtsfest am 40.Tag nach Ostern zu einem der Festtage der Kirche aus.

Das Geschehen von Pfingsten,die Ausgießung des Heiligen Geistes, wie sie in der Apostelgeschichte Kapitel 2, Vers 1-13 geschildert wird, wurde im Mittelalter durch "Pfingstspiele" aufgenommen. Diese sollten der Veranschaulichung des Pfingstwunders dienen.

Genau diesen Zweck verfolgte auch der bis ins letzte Jahrhundert anzutreffende Brauch, im Pfingst-Gottesdienst den Heiligen Geist in Gestalt einer Taube über den Köpfen der andächtig versammelten Gemeinde schweben zu lassen.

Auch beginnt sich mit der Zeit ein besonderer Schmuck für Pfingsten,das als "Geburtstag der Kirche" begangen wird, einzubürgern: die Maien. Gemeint sind damit Birkenreiser - nach Psalm 118,27:"Schmückt das Fest mit Maien".

Was schliesslich den sprichwörtlich gewordenen "Pfingstochsen" betrifft, so hängt dieser Begriff damit zusammen, dass Pfingsten früher als das Fest der Viehzüchter galt. Diese nahmen an diesem Tag oft den ersten Viehaustrieb vor. Aus diesem Anlass wurde der Ochse als Anführer der Herde festlich "herausgeputzt".

In diesem Sinne als "herausgeputzter Pfingstochse" ist diese Redewendung in den Sprachgebrauch eingegangen als Bezeichnung für einen Menschen mit auffälliger Bekleidung.

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Trinitatis

Das vergessene Fest - Aber wichtig für Kirchenkalender

Stehen Weihnachten, Ostern oder selbst das Pfingstfest sozusagen im hellen Licht des Kirchenjahres und der öffentlichen Aufmerksamkeit, so führt das Trinitatis-Fest eher ein Schatten-Dasein.

Auf der anderen Seite hat dieses Fest, das immer am Sonntag nach Pfingsten begangen wird, für den evangelischen Kirchenkalender eine erhebliche Bedeutung: Alle Sonntage nach dem Trinitatis-Fest bis hin zum letzten Sonntag im Kirchenjahr, dem Ewigkeitssonntag, führen nämlich die Bezeichnung: "Trinitatis-Sonntage" beziehungsweise "Sonntage nach Trinitatis". Insgesamt sind das rund 25 Sonntage im Kirchenjahr.

Was den geschichtlichen Ursprung dieses Festes betrifft, so liegt dieser weitgehend im Dunkel. Erst für den Anfang des 14. Jahrhunderts lässt sich nachweisen, dass ein Trinitatis-Fest begangen wurde. Im Spät-Mittelalter setzte es sich dann allgemein als Feier am Sonntag nach Pfingsten durch.

Klarer als die geschichtliche Herkunft lässt sich der Inhalt dieses Festes umschreiben. Das Wort "Trinitatis" leitet sich aus dem lateinischen ab und heißt übersetzt: "Dreieinigkeit" oder "Dreifaltigkeit".

Gemeint ist damit die Dreiheit der göttlichen Personen: Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist in der Einheit des göttlichen Wesens. Die Dreiheit bezeichnet die drei Wirkungsweisen Gottes:Vater=Schöpfer; Sohn=Erlöser; Heiliger Geist=Gottes persönliche Gegenwart.

Zum Dogma, zum verbindlichen Glaubenssatz also, wurde die Lehre von der Trinität auf den Konzilien zu Nicäa (325) und Konstantinopel (381) erhoben. Und an diesem dogmatischen, lehrhaft- abstrakten Charakter mag es wohl auch gelegen haben und liegen, dass das Trinitatis-Fest bis heute kaum im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert ist.

Lediglich die Symbole für die Trinität wie etwa das Dreieck mit dem Auge Gottes darin oder auch drei sich einander berührende Figuren und Tiere (Hasen,Fische, Löwen) in einem Kreis dürften manchem von Abbildungen in Kirchen vertraut sein. Ähnliches gilt sicherlich für das Lamm = Sohn Gottes und die Taube = Heiliger Geist.

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